September: Was kreucht und fleucht ?

Ausgeprägt große oder besonders bunt gefärbte Tiere oder Pflanzen fallen häufiger ins Auge und wecken das Interesse des Beobachtenden.
Was aber ist mit den Kleinen unter den Lebewesen, die da „kreuchen und fleuchen“ ?
Am Forsthof sind in den letzten Wochen einige auffällige, z.T. auch spektakuläre Beobachtungen gelungen.
Am Tag vor dem Kleinen Schnatgang entdeckten einige vom Vorbereitungsteam
direkt neben einer Ruhebank das Radnetz einer Wespenspinne ( Argiope bruennichi) (Bild 1). 

Wespenspinne

Diese Spezies ist erst seit einiger Zeit bei uns, von Südeuropa kommend heimisch geworden. Wie der Name vermuten lässt, ist sie auffällig gelb-grün gebändert und dürfte selbst bei Menschen mit einer Spinnenphobie zum Erstaunen Anlass geben.
Nach Angaben in der Literatur ernährt sie sich vorzugsweise von Grashüpfern und Heuschrecken, die es auf der Wiese hinter dem Gewächshaus zuhauf gibt. „ Bei Störungen versetzt sie ihr Netz in schnelle Schwingungen. Dabei erscheint durch die Körperzeichnung und das Zickzackband im Netzzentrum eine verschwommene helldunkle Bänderung, in die Spinne nicht mehr sicher zu erkennen ist“. (BELLMANN/WINKLER  2025, S. 420).



Eine andere auch auffällig gezeichnete Besucherin ist die Gelbgrüne Mosaikjungfer       ( Aeshna cyanea M. ), die bei gutem Wetter täglich pfeilschnell um den Forsthof unterwegs ist. „Man trifft sie oft fernab vom Wasser entfernt auf Waldlichtungen und über  Waldwegen, wo  sie in geringer Höhe fliegend nach Beute jagt“ (JURZITZA  1988, S. 114).

Gelbgrüne Mosaikjungfer

Das zeigt ein besonders schönes Exemplar, fotografiert am Westerberg.


Eher gemütlich und viel besser zu fotografieren kommt die Weinbergschnecke (Helix pomatia) daher, von der ein besonders schönes Exemplar sich auf dem Totholz hinter der Remise eingefunden hatte.

Weinbergschnecke

Während ihres bald notwendigen Winterschlafs in der Erde „wird das Gehäuse mit einem Kalkdeckel verschlossen“ (EISENREICH 1994 , S. 50). Jetzt ist sie noch auf der Suche nach einem geeigneten Winterquartier, vielleicht unter dem Totholzhaufen.


Erst „kreuchte“ sie unter einem umgesetzten Lesesteinhaufen hervor, dann „fleuchte“ sie in den Wald, ein junge Erdkröte(Bufo bufo), die schon auf der Suche nach einem Winterquartier war.

Erdkröte


Veronika STRAAß gibt einen wichtigen Tipp für aus, füllen Sie die Vertiefung mit Herbstlaub und legen Sie eine dicke Steinplatte darüber – fertig“ (STRAAß 1997, S. 187).

Die Sorge um Biodiversität beginnt mit dem Interesse auch an den kleinen, teils im Verborgenen bleibenden Lebewesen. Diese eher stillen Bewohner das Forsthofes zeigen aber, dass es sich immer lohnt, auch für die Kleinen die Augen offen zu halten und ihnen einen Lebensraum zu bieten. (Matthias Lennartz, 9/2026)

Literatur

1. BELLMAN, H./ WINKLER, L.: Der Kosmos Insektenführer. Frankh-Kosmos Verlags – GmbH: Stuttgart 2025. 

2. JURZITZA, G.: Welche Libelle ist das ?. Kosmos: Stuttgart 1988.

3. EISENREICH, W./HANDEL A./ZIMMER, Ute E.: Der neue BLV Naturführer für unterwegs. BLV: München 1994.

4. STRAAß, Veronika: BLV: München, Wien, Zürich 1997.